Berlin und das Saarland haben so einiges gemeinsam. Zunächst mal sind beide notorisch klamm. Und wo Zerfall, Aufbau und Länderfinanzausgleich so nahe beieinander liegen, lässt sich vor allem eines gut: feiern! In Berlin ist das nicht schwer; schliesslich ist dort selbst der Bürgermeister eine Partyrakete. In Saarbrücken hingegen, mit einer grünen Regierung die vor allem als Spaßbremse auffällt, gehört schon eine ordentliche Portion Chuzpe dazu, einen funktionierenden Club zu etablieren. Diese Aufgabe übernimmt seit einiger Zeit Cassius Clemens, seines Zeichens Betreiber von Einrichtungen wie dem FLASH und der KUFA. Das SOUND in Dillingen gibt es seit über 30 Jahren. Dieser Ableger des legendären SOUND Berlin, das zur damaligen Zeit als “modernste Discothek Europas” galt, wurde 1980 eröffnet. Im Gegensatz zum Original in Berlin, das schon seit einiger Zeit nicht mehr existiert, gab es das SOUND Saarland ohne grössere Veränderung immer noch. Eine wunderbare Diskothek, mit Schallplattennwand und Neonkreisen an der Decke, Metallboden und Gittern um die Leuchten. Mit Musik und Publikum wie in Bernstein gegossen. Nun wurde es Zeit, die in die Jahre gekommene Stätte zu modernisieren. Und so kam es, dass Cassius und sein Team beschlossen dem siechenden SOUND in Dillingen neues Leben einzuhauchen.

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Bauherr:  CASSIUS Entertainmant

Entwurf & Design: Designbüro Carsten Feil

Lichtberatung, technische Planung & Umsetzung: ROOM DIVISION

Großes Foto oben (c) Linus Lintner,alle weiteren Fotos (c) Room Division

www.facebook.com/SoundDillingen

 

 

rd_sound_making_of_00Aus dem Dillinger Wochenspiegel vom 08.12.2011: „Der Herausforderung der Neugestaltung des Sound stellen sich zurzeit der saarländische Szenegastronom Cassius Clemens und der Designer Carsten Feil, die bereits vor zwei Jahren mit der Neuauflage der gastronomischen Institution Lindenau in St. Wendel einen großen Erfolg feierten. Für ihr neuestes Projekt lassen sich die beiden von ihren eigenen Erlebnissen inspirieren. Während Carsten Feil Anfang der 1990er im Sound noch zu Grunge rockte, legte Cassius Clemens zehn Jahre zuvor dort Platten auf. Jetzt heißt es für das Sound: Alles raus, alles neu. Die aktuelle Gestaltung des Interieurs ist ergänzt mit zahlreichen Zitaten großer Glanzstunden der Diskothek. So tauchen die große Spiegelwand oder das legendäre „Kino“ in zeitgemäßem Gewand wieder auf. Das Herzstück des Dillinger Sounds, die Tanzfläche mit ihrer metallischen Kassettendecke, wird mit neuester LED-Technik ausgestattet, von der Firma, die bereits international bekannte Clubs wie „Berghain“ oder „Watergate“ beleuchteten, getreu dem Werbeslogan des damaligen Berliner Sounds: Modernste Diskothek Europas.“ Herrje, die meinen uns. Na dann – ran!

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